Zum „Tag der älteren Menschen“ 2010

29. September 2010 Keine Kommentare »

Eine Geschenke-Brücke zwischen den Generationen bauen

Unter www.terzwunsch.ch können Jugendliche oder Angehörige der Grosseltern-Generation sich von einander und für einander etwas wünschen, seien es materielle Dinge oder ideelle.

Zum „Tag der älteren Menschen“ richten RadioChico und die terzStiftung die Internet-Seite www.terzwunsch.ch ein. Hier können und sollen Jugendliche wie auch reifere Personen ihre „Wünsche“ im umfassendsten Sinn äussern: Was man jemandem aus einer anderen Generation zum Geburtstag oder an Weihnachten schenken könnte, ist oft eine sehr heikle Frage. Laptop und PlayStation passen nicht für jede Gelegenheit, sich über Selbstgebasteltes oder einen Handmixer zu freuen, fällt nicht immer leicht. Möglichst viele handfeste materielle Wünsche auf der Seite sind eine echte Hilfe, um selbst auf Ideen zu kommen. Aber auch immaterielle Wünsche wie etwa der nach mehr gemeinsamer Zeit mit den Enkeln dürfen hier gerne geäussert werden.

Generationenfreundliche Schweiz
Die gemeinnützige und nicht gewinnorientierte terzStiftung setzt sich seit Oktober 2008 für die Interessen von reiferen Menschen in der Schweiz ein. Sie steht ebenso für eine generationenfreundliche Schweiz, wird keinesfalls zu Lasten der jüngeren Generationen ältere bevorzugen. RadioChico, das Internet-Jugend- und Schulradio wendet sich gezielt an die Jugendlichen, hat aber auch keine Berührungsängste bei deren Grosseltern. Mit der Internet-Seite „www.terzwunsch.ch“ möchten beide gemeinsam eine Geschenke-Brücke zwischen den Generationen bauen, die es beiden Seiten erleichtert, Freude zu bereiten.

Nutzen für alle Generationen
Generationenfreundlichkeit, Generationenverbindungen nehmen einen hohen Rang unter den Werten der terzStiftung ein. Wenn Produkte oder Dienstleistungen beispielsweise wirklich an die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung angepasst sind, nützen sie allen Generationen: Niederflurtrams, leicht zu öffnende Verpackungen, rollstuhlgängige Aufzüge oder hell ausgeleuchtete Eingangsbereiche von Mehrparteienhäusern kommen allen zugute. Was Älteren nützt, kann Jüngeren nicht schaden.

Zum „Tag der älteren Menschen“ 2009

1. Oktober 2009 13 Kommentare »

Älter werden darf nicht bedeuten, durch Alterslimiten diskriminiert zu werden

Älter werden darf nicht bedeuten, durch Alterslimiten diskriminiert zu werden. Das steht für die terzStiftung unumstösslich fest. In vielen Fällen haben wir uns an Alterslimiten so sehr gewöhnt, dass uns die Frage gar nicht mehr in den Sinn kommt: Ginge es nicht auch ohne Begrenzung? Im Kanton Zürich hat es in den vergangenen Jahren nie eine Altersbeschränkung für politische Ämter oder für Posten in politischen Gemeinden gegeben – so wenig wie eine Amtszeitbegrenzung: Die höchst lakonische Begründung lautet, dass nur diejenigen, die vom Stimmrecht ausgeschlossen seien, auch von der Wahrnehmung politischer Ämter ausgeschlossen seien. Wer wählen darf, heisst das im Umkehrschluss, darf sich auch wählen lassen. Nur das Wahlvolk entscheidet, ob jemand erstmals oder zum wiederholten Mal in ein Amt gewählt wird. In Zürich verlässt man sich also – richtiger Weise – nach wie vor auf die Sicherheit des Souveräns, darauf, dass die Kandidaten und die Wähler richtig beschliessen werden, wer wie lange welches Amt ausfüllen kann.

Altersguillotine lässt sich nicht rechtfertigen
Wir lassen Kinder nicht wählen, weil sie unmündig sind. Das ist leicht zu rechtfertigen. Wer keinen Schweizer Pass hat, kann nicht ins Bundeshaus gewählt werden. Auch das ist gut zu begründen. Aber wieso soll eine volljährige Person, die Bürgerrecht in der Schweiz hat, von einem bestimmten Alter an ihre Mitbürger nicht mehr politisch vertreten dürfen? Die Altersguillotine lässt sich auf keine Weise rechtfertigen. Es wäre doch unsinnig, arbeitswillige und fähige Persönlichkeiten aus dem politischen Leben der Gemeinden auszuschliessen, nur weil sie 65 Jahre alt sind. Auch wenn kaum jemand wirklich unersetzbar ist, sind willkürliche Altersgrenzen nicht zu rechtfertigen. Wie jeder Erwerbstätige, wie Ärzte, Anwälte, Unternehmer oder Schauspieler sollten Gemeinderäte, Mitglieder der Gemeindeverbände und anderer öffentlich-rechtlicher Anstalten selbst darüber befinden, ob sie nach dem 65. Geburtstag noch weitermachen möchten, wenn sie ihre Arbeit noch bewältigen können.

Als Beginn des richtigen Weges begrüsst
Die terzStiftung argumentiert grundsätzlich gegen Alterslimiten – und hat darum Anfang 2009 den Schritt, Gemeinderäte, Mitglieder von Bürgerrechtskommissionen und Schulpflegen im Kanton Luzern nicht länger unter die Altersguillotine zu legen, als Beginn des richtigen Weges begrüsst. Hinter vielen Alterslimiten steht ein überholtes Altersbild: Wer das Regel-Pensionsalter erreicht, ist angeblich verbraucht, erschöpft, nicht mehr fähig, noch weiterzumachen. Die Jungpensionierten fast aller Berufssparten sprechen diesem Altersbild heute Hohn. Wer von älteren Mitbürgern nichts mehr erwartet, unterschätzt die heute 60- und 70-Jährigen hoffnungslos. Auch im Strassenverkehr weist die Statistik nach, dass ältere Verkehrsteilnehmer erheblich viel weniger Unfälle verursachen als Fahranfänger in den ersten Jahren nach dem Erwerb des Führerausweises. Routine und besonnene Selbsteinschätzung gleichen die oft nachlassenden körperlichen Fähigkeiten mehr als aus.
Im Kanton BL werden hauptamtliche Richter, auch Gerichtspräsidenten, mit 64 Jahren pensioniert. Nebenamtliche mit 65 Jahren. (In den USA werden Richter auf Lebenszeit gewählt.) Erst seit wenigen Monaten dürfen in der Stadt Basel ausserparlamentarische Kommissionsmitglieder auch über das 70. Lebensjahr hinaus amtieren.
An Universitäten wie Bern oder St. Gallen gilt eine Alterslimite von 65 Jahren. Zum Glück ist noch niemand auf den Einfall gekommen, Hochschullehrer danach sofort von der Lehre auszuschliessen. Jüngere müssen nachrücken dürfen. Aber die Studierenden sollten durch den Besuch von Vorlesungen und Seminaren selbst klarstellen, wessen Lehre gefragt ist. Jugendliche Nobelpreisträger sind sehr selten. Meist führt erst jahrzehntelange Forschung ans Ziel.
Jagdpächter müssen sinnvoller Weise regelmässig nachweisen, dass sie gut genug sehen und schiessen können, um ohne Gefahr für andere und sich selbst mit Waffen hantieren zu dürfen. Aber im Kanton Aargau sind erst vor einem Jahr Bestrebungen abgewiesen worden, eine Altersguillotine für Jagdpächter einzuführen. Warum soll ein 80-Jähriger mit scharfen Augen und sicherer Hand beim Zielen ein weniger guter Jäger sein als ein 40-Jähriger?

Aufruf zum Meinungsaustausch
Alterslimiten gehen mit einer Geringschätzung von Erfahrungswissen und einer Missachtung des Potentials von Menschen nach der Pensionierung einher. In diesem Zusammenhang stellt sich für die terzStiftung auch die Frage:
Werden die Leistungen älterer Menschen und der Gewinn, den sie für das gesellschaftliche Zusammenleben darstellen, ausreichend gewürdigt?
Schildern Sie uns bitte Ihre Erfahrungen: In welchen Situationen erfahren ältere Menschen angemessene Wertschätzung? In welchen Situationen werden ihre Leistungen nicht ausreichend gewürdigt?

Mit Blick auf den “Tag der älteren Menschen” möchte die terzStiftung eine Plattform für eine lebendige und kontrovers geführte Diskussion zu diesem Thema bieten.

Wir laden Sie ein, sich daran aktiv zu beteiligen, indem Sie unten Ihren persönlichen Kommentar abgeben. Unter allen Beiträgen verlosen wir zehn Einzel-Jahresgönnerschaften bei der terzStiftung.

Ihr René Künzli
Präsident der terzStiftung, Berlingen TG

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Zum „Tag der älteren Menschen“ 2008

1. Oktober 2008 Keine Kommentare »

Lebensfreude, Liebe und Lust gehören auch im Alter zusammen

Sexualität ist Ausdruck von Lebensfreude und Vitalität – auch im Alter. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die überwiegende Mehrzahl älterer Paare Liebe und Sexualität auslebt. Der Film „Wolke 9“, der am 9. Oktober in die Schweizer Kinos kommt, räumt nun auch auf der Leinwand mit dem Vorurteil auf, dass ältere Menschen nicht mehr sexuell aktiv sind.

Bereits 1997 hat Aufklärungspionier Oswalt Kolle, der am 2. Oktober 2008 seinen 80. Geburtstag feiert, zur Sprache gebracht, dass alte Menschen genauso wie junge Lust auf Sex haben und sich nach erotischen Erlebnissen sehnen. Heute bestätigt eine Langzeitstudie der Universität Göteborg, dass die Mehrzahl älterer Paare ihre Sexualität mit Lust und Vergnügen auslebt – und damit einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsprävention leistet.

Therapeutische Wirkung von sexueller Aktivität
Der hoch angesehene Facharzt, Hirnforscher und Professor der Psychologie Ernst Pöppel (Universität München) macht auf die therapeutische Wirkung von sexueller Aktivität auf die Gesundheit von Menschen aufmerksam: „Regelmässige Sexualität aktiviert nachweislich das Immunsystem. Sie vermindert Herzkrankheiten. Sie macht schön und hält jung. Und: Sie wirkt antidepressiv“, wird der Wissenschaftler in einem Beitrag der Medical Tribune zitiert.

Die terzStiftung macht sich dafür stark, dass Klischees über das Alter realistischen Vorstellungen weichen. Aus Anlass des Internationalen Tags der älteren Menschen am Mittwoch, 1. Oktober, möchte sie deshalb zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den Altersbildern in der Gesellschaft anregen. Die terzStiftung setzt sich aktiv dafür ein, dass das Verbot der Altersdiskriminierung in der Schweizer Bundesverfassung konsequent durchgesetzt werden muss. Weiter fordert sie, dass unser ganzes Handeln künftig daran gemessen werden muss, ob es generationenverträglich ist.

Internationaler Tag der älteren Menschen
Seit 1990 gibt es den Internationalen Tag der älteren Menschen. Die UNO will mit diesem Tag die Leistungen der Älteren und den Gewinn würdigen, den sie für das gesellschaftliche Zusammenleben bedeuten. Das ist ebenso das wichtigste Ziel der terzStiftung: Aus Anlass des Gedenktages erinnert die Stiftung daran, wie wichtig der Beitrag der Seniorengeneration für die Schweizer Gesellschaft ist.

In einem Brief an Ständerat Dr. Philipp Stähelin (Mitglied des Stiftungsrates der terzStiftung) begrüsst Bundespräsident Pascal Couchepin die Initiative der terzStiftung, sich für die Anliegen der älteren Menschen einzusetzen. „Die Zielsetzung der Stiftung deckt sich weitgehend mit der Alterspolitik des Bundesrates, welche die Autonomie und Partizipation der älteren Menschen fördern und die Solidarität zwischen den Generationen stärken will“, schreibt der Bundespräsident.