Älter werden darf nicht bedeuten, durch Alterslimiten diskriminiert zu werden. Das steht für die terzStiftung unumstösslich fest. In vielen Fällen haben wir uns an Alterslimiten so sehr gewöhnt, dass uns die Frage gar nicht mehr in den Sinn kommt: Ginge es nicht auch ohne Begrenzung? Im Kanton Zürich hat es in den vergangenen Jahren nie eine Altersbeschränkung für politische Ämter oder für Posten in politischen Gemeinden gegeben – so wenig wie eine Amtszeitbegrenzung: Die höchst lakonische Begründung lautet, dass nur diejenigen, die vom Stimmrecht ausgeschlossen seien, auch von der Wahrnehmung politischer Ämter ausgeschlossen seien. Wer wählen darf, heisst das im Umkehrschluss, darf sich auch wählen lassen. Nur das Wahlvolk entscheidet, ob jemand erstmals oder zum wiederholten Mal in ein Amt gewählt wird. In Zürich verlässt man sich also – richtiger Weise – nach wie vor auf die Sicherheit des Souveräns, darauf, dass die Kandidaten und die Wähler richtig beschliessen werden, wer wie lange welches Amt ausfüllen kann.
Altersguillotine lässt sich nicht rechtfertigen
Wir lassen Kinder nicht wählen, weil sie unmündig sind. Das ist leicht zu rechtfertigen. Wer keinen Schweizer Pass hat, kann nicht ins Bundeshaus gewählt werden. Auch das ist gut zu begründen. Aber wieso soll eine volljährige Person, die Bürgerrecht in der Schweiz hat, von einem bestimmten Alter an ihre Mitbürger nicht mehr politisch vertreten dürfen? Die Altersguillotine lässt sich auf keine Weise rechtfertigen. Es wäre doch unsinnig, arbeitswillige und fähige Persönlichkeiten aus dem politischen Leben der Gemeinden auszuschliessen, nur weil sie 65 Jahre alt sind. Auch wenn kaum jemand wirklich unersetzbar ist, sind willkürliche Altersgrenzen nicht zu rechtfertigen. Wie jeder Erwerbstätige, wie Ärzte, Anwälte, Unternehmer oder Schauspieler sollten Gemeinderäte, Mitglieder der Gemeindeverbände und anderer öffentlich-rechtlicher Anstalten selbst darüber befinden, ob sie nach dem 65. Geburtstag noch weitermachen möchten, wenn sie ihre Arbeit noch bewältigen können.
Als Beginn des richtigen Weges begrüsst
Die terzStiftung argumentiert grundsätzlich gegen Alterslimiten – und hat darum Anfang 2009 den Schritt, Gemeinderäte, Mitglieder von Bürgerrechtskommissionen und Schulpflegen im Kanton Luzern nicht länger unter die Altersguillotine zu legen, als Beginn des richtigen Weges begrüsst. Hinter vielen Alterslimiten steht ein überholtes Altersbild: Wer das Regel-Pensionsalter erreicht, ist angeblich verbraucht, erschöpft, nicht mehr fähig, noch weiterzumachen. Die Jungpensionierten fast aller Berufssparten sprechen diesem Altersbild heute Hohn. Wer von älteren Mitbürgern nichts mehr erwartet, unterschätzt die heute 60- und 70-Jährigen hoffnungslos. Auch im Strassenverkehr weist die Statistik nach, dass ältere Verkehrsteilnehmer erheblich viel weniger Unfälle verursachen als Fahranfänger in den ersten Jahren nach dem Erwerb des Führerausweises. Routine und besonnene Selbsteinschätzung gleichen die oft nachlassenden körperlichen Fähigkeiten mehr als aus.
Im Kanton BL werden hauptamtliche Richter, auch Gerichtspräsidenten, mit 64 Jahren pensioniert. Nebenamtliche mit 65 Jahren. (In den USA werden Richter auf Lebenszeit gewählt.) Erst seit wenigen Monaten dürfen in der Stadt Basel ausserparlamentarische Kommissionsmitglieder auch über das 70. Lebensjahr hinaus amtieren.
An Universitäten wie Bern oder St. Gallen gilt eine Alterslimite von 65 Jahren. Zum Glück ist noch niemand auf den Einfall gekommen, Hochschullehrer danach sofort von der Lehre auszuschliessen. Jüngere müssen nachrücken dürfen. Aber die Studierenden sollten durch den Besuch von Vorlesungen und Seminaren selbst klarstellen, wessen Lehre gefragt ist. Jugendliche Nobelpreisträger sind sehr selten. Meist führt erst jahrzehntelange Forschung ans Ziel.
Jagdpächter müssen sinnvoller Weise regelmässig nachweisen, dass sie gut genug sehen und schiessen können, um ohne Gefahr für andere und sich selbst mit Waffen hantieren zu dürfen. Aber im Kanton Aargau sind erst vor einem Jahr Bestrebungen abgewiesen worden, eine Altersguillotine für Jagdpächter einzuführen. Warum soll ein 80-Jähriger mit scharfen Augen und sicherer Hand beim Zielen ein weniger guter Jäger sein als ein 40-Jähriger?
Alterslimiten gehen mit einer Geringschätzung von Erfahrungswissen und einer Missachtung des Potentials von Menschen nach der Pensionierung einher. In diesem Zusammenhang stellt sich für die terzStiftung auch die Frage:
Werden die Leistungen älterer Menschen und der Gewinn, den sie für das gesellschaftliche Zusammenleben darstellen, ausreichend gewürdigt?
Schildern Sie uns bitte Ihre Erfahrungen: In welchen Situationen erfahren ältere Menschen angemessene Wertschätzung? In welchen Situationen werden ihre Leistungen nicht ausreichend gewürdigt?
Mit Blick auf den “Tag der älteren Menschen” möchte die terzStiftung eine Plattform für eine lebendige und kontrovers geführte Diskussion zu diesem Thema bieten.
Wir laden Sie ein, sich daran aktiv zu beteiligen, indem Sie unten Ihren persönlichen Kommentar abgeben. Unter allen Beiträgen verlosen wir zehn Einzel-Jahresgönnerschaften bei der terzStiftung.
Ihr René Künzli
Präsident der terzStiftung, Berlingen TG





Aufgrund der demographischen Entwicklung wird der Wert der reiferen Menschen eine richtige Renaissance erleben, das bin ich mir ganz sicher. Ich bleibe weiterhin aktiv, um diese Zeitepoche noch erleben zu dürfen. “No limits for seniors” wird die (Arbeits-)Welt noch erfinden müssen, um den Erhalt unseres Wohlstandes sicherzustellen. – Unter Einbezug aller Generationen wird es möglich sein! Ich weiss auch und danke dafür, dass die terzStiftung der Alters-Bevormundung den Kampf angesagt hat.
Für mich ist klar, dass je älter ein Mensch wird, desto reicher und wertvoller wird sein Erfahrungsschatz. Was kann es besseres geben als diesen Schatz? Er macht das Leben aus, noch vor Theorien!
Die Aufgaben in den verschiedenen Lebensabschnitten mögen sich ändern, doch hat jeder Abschnitt seine Bedeutung und seinen Wert. Ich bin deshalb zuversichtlich für “das Alter” allgemein und meines im Speziellen. Auch dank solchen Organisationen wie der terzStiftung.
Indem ich selber ältere Menschen wertschätze in ihren Leistungen und Meinungen und in ihrem Sein, trage ich dazu bei, dass diese Wertschätzung in der Gesellschaft steigt. Im Kleinen muss beginnen, was im Grossen wirksam sein will.
Was die Telekom sich leistet geht wei über Diskreminierung hinauis. In unserer Verrfassung wird die persönliche Entfaltung garantiert. Es ist dabei keine Altersbegrenzung angegeben. Meint die TELEKOM bei 80 ist Schluss mit der Entfaltung? Ich hatte ein längeres Gespräch mit der Zentrale in Bonn . Es wurde damit begründet, daß die Telekom verhindern will das ältere Menschen etwas kaufen womit sie nachher nichts mit anfangen können. Ich fand das sehr lobenswert, trifft aber auf meinen Fall nicht zu.Ich bin in der Datenverarbeitung sei den 60er Jahren tätig. In einer Zeit als es noch keine PC`s gab. Außerdem besitze ich einen Internetanschluss. Ich wollte lediglich den Anbieter wechsel. Man sagte mir selbstverständlich bekommen sie einen Anschluss. Ich erwiederte das ich mich einem Management mit dieser Handlungsweise nicht anvertrauen möchte. Die Telekom ist entgültig für mich gestorben.
Wir werden als Eltern von einem Behinderten Sohn von der Institution nicht ernst genommen und laufend abgekanzelt. wir haben über 30 Jahre erfahrung in der Behandlung von Behinderten . wir sind 70 Jahre Unserem sohn geht es zuhause sehr gut sobald er in der Institution ist fangen die Probleme an und wir haben noch mehr zu tun als wenn er zuhause ist .
es gelingt einfach nicht
Wir freuen uns, wenn ältere Personen bei unserem Projekt in Kontakt mit Kindern treten. Beiden Generationen bringt es viel, zu sehen und zu hören, was die andere Generation beschäftigt. Schön war auch die Erkenntnis einer älteren Person: “Wir dürfen nicht immer erwarten, dass die Jungen auf uns zukommen. Auch WIR müssen den Schritt machen. Denn es lohnt sich”.
Danke für Ihren Einsatz für ältere Menschen und diese zeitgemässe Plattform zum Gedankenaustausch. Da ältere Leute oft nicht mehr so gut sehen, würde es das Lesen dieser Rubrik erleichtern, wenn die Schrift etwas grösser wäre.
Ich habe als Abschluss des Gerontologie-Nachdiplomstudiums an der Berner Fachhochschule eine Diplomarbeit verfasst mit dem Titel “Geschriebene und ungeschriebene Alterslimiten bei politischen Ämtern. Wer sich dafür interessiert, findet sie unter http://www.ernst-gerontologie.ch in der Rubrik “Gerontologie-Eigenes”.
Ich bin über den seniorweb Newsletter auf Ihre Website gestossen und finde Sie ausserordentlich gut aufbereitet und informativ. Die Ziele kann ich nur unterstützen. Nach rund 20-jähriger Führungstätigkeit im Alters- und Hospizbereich habe ich mit einigen engagierten BerufskollegInnen das Netzwerk http://www.alterskompetenz.net als non-profit-Initiative gegründet. Sie richtet sich eher an Fachpersonen aus dem Feld. Vielleicht interessiert es aber doch die eine oder andere Leserin/Leser dieser Website. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit der Stiftung!
Nun leben wir schon zig Jahrzehnte in demokratischen Gemeinschaften und pochen auf die Gültigkeit von erklärten und genehmigten Menschenrechten.
Ist es nicht beschämend, dass wir (immer noch) diskutieren müssen über Diskriminierung von älteren Menschen, über Ausgrenzungen und Limiten?
Herzlichen Dank der TerzStiftung für ihr Engagement. (Leider) braucht es dies. Vielleicht mehr denn je.
Immerhin darf ich ein positives Beispiel aus der Region der langsamen Berner zeigen. Als 70-Jähriger wurde ich aufgefordert, mich als Kandidat für den Gemeinderat unserer grossen Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Mein Hinweis auf mein Alter hat der Parteikollege so beantwortet: Eben gerade darum. Wir wollen eine Durchmischung aller Generationen auf unserer Liste präsentieren.
Auf der Grossratswahlliste für das nächste Jahr im Kanton Bern konnte unsere Partei auch in fast allen Wahlkreisen mindestens einen, oft zwei bis drei Senioren-Kandidaten (über 60) platzieren.
Lichblicke sind vorhanden.
Dennoch: Nicht nachlassen. Für alle Menschen, jung und alt, heisst die Zukunft Alter.
Wer könnte also die Zukunft besser vorausdenken und gestalten, als die Älteren?
Wir haben Alterslimiten, die sich wirklich eingebürgert haben: so müssen Menschen im Pensionsalter, wenn sie eine Eigentumswohnung erwerben möchten, einerseits 35 % Eigenmittel mitbringen und zudem beweisen, dass sie die Wohnung unterhalten können. Dabei ist das Einkommen bei Menschen im Pensionsalter viel sicherer als jungen Menschen….
Ich bin mir sicher, dass es richtig ist, wenn der Lebensabschnitt nach der aktiven Berufstätigkeit für neue Inhalte genutzt werden. Ich bin deshalb der Meinung, dass es richtig ist, lang gehegte Aemter – auch polititische – abzugeben und neue Chancen zu ergreifen. Dann ist es auch richtig, sich für ein neues verantwortungsvolles Ehrenamt wählen zu lassen und mit der gesamten Lebenserfahrung in einem neuen Lebensbereich zu wirken.
65 Jahre alt und dann “Feierabend”?
Bei Tausenden von KMU’s steht die Nachfolgeregelung an und jedes Jahr werden ca. 40 Milliarden vererbt. Das Durchschnittsalter der Empfänger ist 60 Jahre!
Also können oder besser gesagt, müssen die Aelteren noch etwas bewegen. Ob in der Wirtschaft oder im Privaten. Oder wie Otto Ineichen im MM-Interview sagt:”Ich will nicht einer dieser Pensionierten werden, die zutiefst unglücklich sind, weil sie mit einem Schlag nicht mehr arbeiten können.”
Fazit: Regelt eure Nachfolge und realisiert eure Lebensträume!
Untersuchung, ungerechte altersdis-kriminierende Anzeigen und Beurtei-lungen zur Fahrfähigkeit, schaffen viel Frust und Bitterkeit – oft bis ans Lebensende! Gemeinsam mit Prof. F. Walz kämpfen wir Fahrberater und Experten für eine verbesserte und fairere Beurteilung mittels der die Fahreignung ergänzenden Fahrkompetenz!
Aeltere Menschen haben jahrelanges Know-How ihres Sachgebiets angesammelt und könnten dieses Know-How an die jüngeren Nachfolger weitergeben – ein enormes volkswirtschaftliches Potential, das durch die Altersguillotine ungenutzt brach liegt – auch das”reichste” Land kann sich auf Dauer das nicht leisten……..